Wie und warum soll im Maschinenbau die Digitalisierung erfolgen?

Ein Interview mit  Xiangwen Zhu, Stellvertretender Technischer Leiter bei M&M Software

Es gibt drei entscheidende Gründe, warum Maschinenhersteller digitalisieren sollten.

Eine zunehmende Produkthomogenität in Verbindung mit wachsendem Preisdruck durch kleinere Margen zwingt die Maschinenbauer, sich vom Wettbewerb abzuheben, für ihre Kunden Mehrwert zu schaffen und die Kundenbindung zu erhöhen. Da die reinen Hardware-Eigenschaften wenig dynamisch sind und sich leicht kopieren lassen, sollten die Hersteller dazu auf Software und Service setzen. Ein gutes Beispiel für einen solchen Wertewandel ist der Ansatz bei General Electric, die Aktivitäten der Predix-Plattform zu bündeln und nicht nur die Hardware selbst, sondern auch die Betriebsverfügbarkeit der Hardware zu verkaufen. Die Unterstützung dieses neuen Geschäftsmodells setzt eine gewisse Technologiekompetenz für die Verfolgung der Nutzungs- und Abrechnungsdaten voraus.

Mithilfe der Digitaltechnik lässt sich auch die Effizienz beim Kundendienst steigern. Das größte Optimierungspotenzial ist beim Vor-Ort-Service und bei der vorausschauenden Instandhaltung zu finden. Anstatt mehrere Techniker mit unterschiedlichen Ersatzteilen für die Vor-Ort-Wartung zum Kunden zu schicken, kann ein entsprechend qualifizierter Techniker mit der Ferndiagnose betraut werden und anhand dieser entscheiden, welche Ersatzteile im Feld benötigt werden. Die Wartungskosten lassen sich noch weiter minimieren, indem durch vorausschauende Instandhaltung und Zustandsüberwachung verhindert wird, dass es überhaupt zu einem Ereignis kommt, das Wartungsarbeiten erfordert. So können Maßnahmen getroffen werden, bevor es zu einem Ausfall kommt.

Die Vorteile der digitalen Datenerfassung und -analyse lassen sich auch direkt für das Produktdesign nutzen. Die Maschinenhersteller interessiert, wie sich ihre Maschinen unter bestimmten Bedingungen verhalten. Anhand der im Feld gewonnenen Daten lassen sich Algorithmen erstellen, mit deren Hilfe die Konstruktion und Qualität der Maschine verbessert werden können. So können verschiedene Maschineneinstellungen in unterschiedlichen Fertigungsumgebungen zum Einsatz kommen.

Wie also kann ein Maschinenhersteller vorgehen, um effektiv zu digitalisieren?

Man braucht klare Ziele, Führungsqualitäten und technisches Gespür für das, was möglich ist, auch über Branchengrenzen hinweg. Durch klare Zielvorstellungen innerhalb des Teams hinsichtlich des zu schaffenden Kundenmehrwerts wird das Digitalisierungsprojekt auf Kurs gehalten und schließlich über die Ziellinie geschoben. Führungsqualitäten und -denken ermöglichen dauerhaft die Finanzierung des Projekts und stellen sicher, dass die mit der Digitalisierung verbundenen organisatorischen Veränderungen durchgeführt werden. Offenheit für die Möglichkeiten und Maßnahmen in anderen Branchen, die technologisch innovativer sind als der Maschinenbau, schärfen den Blick für mögliche Wege zur Schaffung von Kundenmehrwert auf der Basis der Digitaltechnik.

M&M steht den Kunden auf ihrem Weg in die Digitalisierung in allen Phasen, von der Zielbestimmung über die Entwicklung bis hin zur Umsetzung, als Partner zur Verfügung.

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